Buritaca – Wo sich Fluss und Meer kreuzen

Buritaca – Wo sich Fluss und Meer kreuzen und dem Hippie-Lifestyle begegnen

Buritaca ist ein Dörfchen mit dem einzigartigen Naturspektakel, bei dem sich Süß- und Salzwasser kreuzen. Genauer gesagt, ist es die Verbindung von Fluss und Ozean. Der Ort wird bei vielen Reiseratgebern leider etwas vernachlässigt und ist deshalb nicht so touristisch. Zumindest kommen eher wenige Backpacker oder Touristen aus dem Ausland. Als inländisches Reiseziel ist Buritaca jedoch etwas bekannter.

Wie kommt man nach Buritaca?

Es liegt zwischen Santa Marta und Palomino. Demnach steigt man, wenn man vom Norden Richtung Santa Marta fährt, einfach circa eine dreiviertel Stunde früher aus, wobei man dem Busfahrer lieber früher Bescheid geben sollte.
Wenn ihr dann schließlich ausgestiegen seid, seht ihr nicht viel mehr als eine Hauptstraße mit einer Tankstelle und ein paar Läden. Um rein ins Dorf zu gelangen, biegt man Richtung Norden in eine Seitenstraße ein und geht ungefähr fünfzehn Minuten, um zu den Hostels oder zu den Miethäusern zu gelangen. Die andere Variante wäre, sich um ein paar kolumbianische Pesos mit einem Motorrad („Taximoto“ oder „Mototaxi“) mitnehmen zu lassen. Diese stehen meistens schon bereit bei den Bushaltestellen oder dort, wo die Seitengasse auf die Hauptstraße trifft. Wenn ihr Glück habt, kennen sich die Fahrer aus und beraten euch, wo ihr gut unterkommt. Die meisten haben gute Connections, denn das Dorf ist nicht allzu groß.

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Unterkunft

In Strandnähe gibt es ein paar teurere, aber exklusive Hotels wie Playa Koralia oder das „Merecumbe Hotel“, wobei ersteres empfehlenswerter ist. Für die Backpacker ist das Hostel „Rancho Relaxo“ geeignet, bei dem der Preis bei etwa 16€ pro Nacht liegt. Ich selbst war in der ersten Nacht in einer Cabaña, die ich ganz für mich alleine hatte (mit Fernseher und Ventilatoren), die ich bis auf 37.000 COP (umgerechnet ca. 10€) heruntergehandelt habe. Da es allerdings nicht das war, was ich wollte, machte ich mich am nächsten Tag weiter auf die Suche und fand ein älteres österreichisch-deutsches Pärchen, das in ihrem Haus, am Rande des großen Sportplatzes, ein Zimmer für 20.000 Pesos (ca. 6€) pro Nacht privat vermietete. Ich wechselte von der Cabaña in das gemütliche private Zimmer mit großem Bett, Hängematte UND guter Hippie-Gesellschaft.

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Ich fand die Geschichte des alten Pärchens sehr interessant, was vor ein paar Jahrzehnten (in den Achtzigern) nach Kolumbien umgesiedelt ist und nun ganz entspannt, in Buritaca, in ihrem Häuschen lebt. Sie leben von der Zimmermiete und vom Fischen. Der österreichische Mann ist nämlich Fischer und hätte mich beinahe auf die hohe See in seinem Schiff mitgenommen (wozu es leider doch nie gekommen ist). Jedenfalls gefiel es mir sehr, dass mir das Paar das bestimmte Hippie-Woodstock-Feeling verschaffte, weshalb ich mich wie in einem Film fühlte und meine Phantasie aufblühte. Durch sie lernte ich auch andere Einwohner kennen und näherte mich somit mehr der kolumbianischen Küsten-Kultur.

Die Menschen an der Küste sind, wie man es vielleicht öfters zu hören bekommt, etwas langsamer (in der europäischen Kultur würde man wahrscheinlich eher den Begriff „fauler“ benutzen) und sehr entspannt. Stress kennen sie dort nicht. Jeden Tag zu genießen und einfach in den Tag hinein zu leben ist ihnen wichtiger, als fleißig zu arbeiten, um „etwas im Leben zu erreichen“. Denn für das Lebensnotwendigste brauchen sie sowieso kein Geld – Fische zum Essen befinden sich im Fluss und im Meer, Früchte wachsen auf den Bäumen und in einer selbst gestrickten Hängematte unter dem eigenen Holzhüttendach lässt es sich auch leben. Inklusive dem Rauschen des Meeres beim Einschlafen und/oder chilliger Reggae-Musik mit Blick in die Unendlichkeit des Ozeans.




Nicht zu vergessen – das alles ganz ohne Internet! Denn sowas gibt es in Buritaca nur in ein oder zwei Läden auf der Hauptstraße, wo man pro genutzte Internetstunde etwa 5.000 COP zahlt. Ansonsten hat man in Buritaca endlich die Möglichkeit ganz Internet-frei in den Tag hinein zu leben und die Zeit zu nutzen, um ins relaxte Küsten-Flair zu kommen. Denn in diesem Dorf gab es vor zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren noch nicht einmal Strom. Wer also eine kleine Zeitreise ins zwanzigste Jahrhundert erleben möchte, sollte sich Buritaca unbedingt auf seine Reiseliste setzen.

Außerdem hat man natürlich die Möglichkeit die Kreuzung des Fluss-Meeres kennen zu lernen und auf der „Insel“ zu liegen, die der Fluss vom restlichen Sandstrand abtrennt. Um auf diese zu kommen, kann man entweder mit dem Boot die ungefähr zehn Meter hinüber zu schwimmen und dafür ein wenig zu bezahlen, ODER man beobachtet die Menschen, an welchen Stellen sie einfach den Fluss überqueren und macht es ihnen nach. Man sollte dafür allerdings im Bikini oder Badehose (je nach Geschlecht und Präferenz) hineingehen, denn bis zum Hals oder bis zur Brust wird man doch nass. Dazu müsst ihr dann natürlich auch eure Sachen (Tasche, Badesachen, etc.) über dem Wasser halten, wenn ihr sie trocken ans andere Ufer bringen wollt. Flut und Ebbe sind dabei natürlich auch wichtig zu beobachten, aber eigentlich kommt man auch immer sicher wieder abends zurück, ohne selbst schwimmen zu müssen oder seine Sachen nass zu machen.

Wenn ihr dann auf jener „Insel“ nach links (Richtung Norden) bis zum Spitz ankommt, könnt ihr sehen, wie sich die Wellen des Meeres, mit dem etwas wärmeren Wasser des ruhigen Flusses vermischen. Wenn ihr Lust auf Action in den Wellen habt, könnt ihr euch dann trotzdem noch von der Strömung des Flusses, Richtung Meer treiben lassen. Denn hier könnt ihr beides haben. Zuerst im Salzwasser austoben und dann im süßen Flusswasser das Salz von eurer Haut waschen – die magische Kombination der Natur in Buritaca.

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Nicht zu vergessen sind die tollen Sonnenuntergänge und die Boottouren am Fluss in die Wildnis hinein. Dort gibt es nämlich einen berühmten Baum, der wegen seinen vielen darauf sitzenden Affen zu einer touristischen Attraktion geworden ist. Diese sind zu bestimmten Uhrzeiten ganz besonders aufgeweckt, turnen oder brüllen herum. Und manchmal sitzen sie einfach nur auf diesem riesigen Baum und faulenzen. Es gibt allerdings auch noch einen anderen Weg, um diesen Baum zu finden. Nämlich am Rand des Dorfes durch Feldwege gehend. Dabei müsst ihr beachten, dass der Fluss immer links und der große Fußball- und Basketballplatz rechts von euch ist. Wenn ihr dann seht, dass es einen Zugang zum Fluss gibt, der sich vor einer größeren Brücke befindet, biegt ihr Richtung Fluss ein. Unterwegs werdet ihr wahrscheinlich ganz intensiv bunte Eidechsen am Feldweg finden. Türkis-hellgrüne, oder Aquamarin-blaue – die haben mich fast so sehr begeistert, wie die Affen selbst am Ziel. Letztere habe ich anfangs allerdings gar nicht so leicht finden können, bis mich ein Einheimischer auf den Affen-Baum hingewiesen hat, der zu dieser Zeit etwas ruhiger war. Demnach, würde ich euch raten, falls ihr den Feldweg nehmen solltet, dann nimmt eine Person mit, die sich auskennt. Oder fragt einfach die Einwohner, so wie ich.

Was ihr dort außerdem machen könnt, ist in die Diskothek zu gehen. Da müsst ihr aber darauf gefasst sein, dass es dort keine volle Tanzfläche geben wird und dass ihr höchstwahrscheinlich die einzigen „Gringos“ (Weiße/ Amerikaner/ Europäer) sein werdet. Die Musik ist extrem laut und natürlich spielt es sehr viel von der typischen Küstenmusik „Vallenato“. Allerdings ertönen auch viele Salsa-, Bachata-, Reggeaton- und Champeta-Rhythmen. Und natürlich am besten samstags hingehen, sonst findet ihr nur zwei, drei Menschen vor. Diese Dorf-Disko ist nicht unbedingt zum extremen Partymachen gedacht, da sie doch ziemlich ruhig ist, aber sie ist insofern interessant, um etwas mehr von Buritaca, der Musik und der Kultur kennen zu lernen.
Nicht weit entfernt befindet sich das große, vorher genannte Fußball- und Basketballfeld, wo ihr, falls ihr nicht gerade neugierigen einheimischen Kindern begegnet, die euch über euch und euer Herkunftsland ausfragen, etwas Sport machen könnt.

Abgesehen von der Disco, gibt es auch einige Bars und Restaurants direkt am Strand, die „almuerzo“ (dt.: „Mittagessen“, ist allerdings immer typisch kolumbianisches Essen) um ca. 10.000 COP anbieten, sowie etwas teurere Gerichte von der Karte und Getränke, die ihr bei der wunderschönen Aussicht auf das Meer und den Fluss genießen könnt. Empfehlenswert ist da das Restaurant „El Portal“ oder „Restaurante Mira Mar“. Kurz vor diesen Restaurants Richtung Dorf, befindet sich ein etwas größerer Platz, an dem an manchen Tagen ein Hippie-Markt offen hat. Ich hab mir dort bunte Haarsträhnen flechten lassen. Ansonsten gibt es viel Natur-Schmuck, Tücher, T-Shirts, Edelsteine und andere kreative, selbstgemachte Sachen.

Vielleicht findet ihr auch eure Begeisterung in jener Hippie- und Küstenkultur und entdeckt an euch eine neue Seite, wenn ihr mit bunten Haarsträhnen dem Horizont des Ozeans entgegenblickt, während hinter euch der Fluss Buritacas dahinfließt.

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