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  • als Antwort auf: Mompox – Ein Fenster in die Vergangenheit #1380

    Mompox – Ein Fenster in die Vergangenheit

    Mompox (offiziell Santa Cruz de Mompox) im karibischen Inland Kolumbiens ist sicherlich eines der schönsten Dörfer, die das Land zu bieten hat. Wer gerne „off the beaten treck“ unterwegs ist und sich ein bisschen für Geschichte interessiert, ist hier auf jeden Fall richtig.

    Historische Zentrum

    Mompox ist eine ruhige, kleine Stadt am Rio Magdalena. Der braun-grüne Fluss schiebt sich langsam an dem karibischen Städtchen voller weiß gestrichener Kolonialbauten vorbei und auch ansonsten scheint hier alles ein wenig ruhiger abzulaufen. Für Reisende ist hier perfekte Ort um die Seele baumeln zu lassen und gleichzeitig Kolumbien von seiner vielleicht romantischsten, authentischsten Seite zu erleben. Außerdem hat der Lonely Planet durchaus recht, wenn er Mompox mit Gabriel García Márquez „Macondo“ aus „Cien años de soledad“ vergleicht.

    Mompox

    Die Geschichte des Ortes mit knapp 30.000 Einwohner ist sehr interessant. Einige der Kirchen stammen aus dem 16. Jahrhundert und Kolumbiens Befreier Simon Bolivar deklarierte zu seiner Zeit: „Wenn ich Caracas mein Leben verdanke, verdanke ich Mompox meinen Ruhm.“ Der Ort am Rio Magdalena war Anfang des 19. Jahrhunderts der erste, der die Unabhängigkeit von der spanischen Krone erklärte. Hier wurde also der Meilenstein für Kolumbiens Souveränität gelegt und viele, die in für die Freiheit des Landes kämpften, kamen aus der Region.



    Mittlerweile ist aus dem einst so wichtigen Städtchen ein sehr ruhiger Ort geworden, den Traveller auf dem Weg zur karibischen Küste gerne übergehen. Doch hier Halt zu machen und ein wenig Kolumbien zu atmen lohnt sich wirklich. Außerdem hat Mompox für Touristen doch eine nette Kleinigkeit zu bieten: Wer keine Lust mehr hat, durch die weiß leuchtenden Gassen zu wandern und sich nicht mehr von den ausladenden Kolonialbauten beeindrucken lässt, kann auf die Cienaga, das See – Sumpf – Gebiet, hinausfahren. Für 30.000 Pesos ist man mit einem erfahrenen Guide, teils in stählernen Nussschalen, teils auf Lastenmotorrädern unterwegs. Das giftgrüne Wasser voller Kormorane und anderen Tieren ist vor allem in der Abendsonne sehr beeindruckend und wer mutig ist, kann hier durchaus schwimmen gehen.

    Mompox Centro Historico

    Es lohnt sich wirklich, diesen Trip mit zu machen. Man kann zwar nie wirklich sagen, was auf dem Programm steht. In unserem Fall hieß es zum Beispiel, dass wir in einem Hotel Halt machen würden, um uns dort am Swimmingpool etwas zu entspannen. Das ist nie passiert, dafür waren wir auf einer Farm. Die Besitzer haben sich hier einen kleinen Zoo eingerichtet. Zusätzlich zu einigen Nutztieren tollen Schildkröten, Papageien und ein kleiner Affe, der angeblich immer wieder aus dem Wald zu Besuch kommt, über das Gelände. Letzterem kann man sogar die Hand schütteln, wenn er Lust hat.

    Für Reisende, die länger unterwegs sind, ist Mompox also eine wirklich empfehlenswerte Verschnaufpause, bevor man sich in das bunte Treiben an der Karibikküste stürzt.

    Rio Magdalena

    Wie kommt man nach Mompox?

    • Von Valledupar oder Maicao gibt es Busse fwelche früh Morgens um 5 Uhr nach Mompox fahren (5 Stunden von Valledupar, 50,000 COP).
    • Von Medellin muss man über Sincelejo nach Magangué anreisen. Dann nimmt man ein Chalupa welches einen über den Fls bringt und ein Taxi nach Mompox. Bis nach Magangué kostet der Trip 106,000 COP,  dazu kommen 8,000 COP für das Boot und 13,000 COP für das Taxi.
    • Von Cartagena kann man den Unitransco Bus direct nach Mompox nehmen, wobei die Fähre inklusive ist oder man kann einen späteren Bus nach Magangué nehmen und dann mit der Chalupa und Taxi Kombination weiter. Der Unitransco Bus fährt um 6 Uhr früh ab und kostet 50.000 COP. Mannn sollte jedoch am Vortag sich bestätigen lassen, dass de Bus auch wirklich fährt. Es gibt auch Colectivos (Sammeltaxi) für einen Preis von 70,000 COP welche einem im Hotel einsammeln
    • Von Bogotáund Bucaramanga fährt man für 50,000 COP bis nach El Banco und von dort fährt man mit einem 4×4  für  30,000COP nach Mompox weiter.
    • Von Santa Marta oder Taganga gibt es einen täglichen „puerta-a-puerta“ (Tür zu Tür) Shuttleservice, welcher um 3 AM oder um 1PM in Taganga abfährt und dementsprechend 30 Minuten später in Sana Marta. Die Reisedauer liegt in etwa zwischen 5 – 8 Stunden je nach Wetter, Verkehr und wieviele Leute eingesammelt werden müssen. In Taganga, kann man das Taxi bei Casa Felipe oder Hostel Moramar buchen. Preise: 80,000 COP (Von Santa Marta) –  80,000 COP (Von Taganga).

    Unterkunft in Mompox

    Bioma_hotel_boutiqueBioma Boutique Hotel

    Calle Real De Medio # 18-59, Mompos, Mompos, Colombia

    Das Hotel bietet Gratis-Wifi und eine Ipod-Dockingstation. Das Highlight ist wohl der Whirlpool auf der Dachterasse mit Aussicht auf den Rio Magdalena. Auf Agoda.com oder Booking.com buchen

    poartal_de_la_marquesaPortal de la Marquesa

    Carrera 1 No 15-27, Mompos, Mompos, Colombia 110010

    Das Hotel welches mit Swimmingpool und Garten ausgestattet ist, befindet sich weniger als 300 Meter vom Historischem Zentrum entfernt. Auf Agoda.com oder Booking.com buchen

    jardines_evansHotel Jardines Evans

    Calle Real De Medio 19-39, Mompos, Mompos, Colombia 132560

    Das mit Klimaanlage, Fernseher und privatem Badezimmer ausgestattete Hotel hat außerdem eine Gemeinschaftsküche für Leute de gerne selbst kochen. Auf Agoda.com oder Booking.com buchen.

    10 Gründe, warum du doch in Barranquilla vorbeischauen solltest

    Barranquilla hat unter Travellern nicht den besten Ruf. Im Lonely Planet wird es als hektische und laute Stadt beschrieben, in der es Nichts zu sehen gibt und auch unter Kolumbianern ist die Industriestadt nicht wirklich beliebt. Hier ein paar Gründe, warum es sich trotzdem lohnt, die Hauptstadt der Karibik zu besuchen.

    Hier: Alles zum Karneval von Barranquilla

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    1. Museo del Caribe

    Das Museo del Caribe in Barranquilla ist einzigartig. In dem Museum dreht sich tatsächlich alles um die Karibik. Die Ausstellung startet mit einer interessanten multimedialen Präsentation zu Marquez. Anschließend taucht man in die verschiedenen geographischen Zonen der Karibik ein und lernt viel über Flora und Fauna in diesem unglaublichen Teil der Erde. Am interessantesten sind allerdings die kurzen Videos, die über die verschiedenen indigenen Stämme in der Gegend zu sehen sind. Bevor man schließlich eine Kostprobe davon bekommt, was es heißt in der Karibik zu musizieren und zu tanzen, kommen schlicht ein paar Einheimische auf großen Leinwänden zu Wort. Kurzum: Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

    Museo

     

    1. Einen Arroyo sehen

    Sie sind extrem gefährlich und kosten immer wieder Bewohner ihr Hab und Gut oder gar das Leben. Trotzdem haben Arroyos etwas Besonderes. Es ist beeindruckend, wenn sich Straßen in Flüsse verwandeln und Taxis oder Busse sich durch einen halben Meter Wasser schieben. Leider bleibt es oft nicht bei einem halben Meter. Wer auf YouTube nach „Arroyos Barranquilla“ sucht, stößt auf Videos in denen die Wassermassen Taxis mit sich reißen und vollbesetzte Busse mitten im Strom ausharren müssen. Das Ganze ist mit Sicherheit kein Spaß, deshalb hat sich die Verwaltung der Stadt auch dazu entschlossen, etwas zu unternehmen. Die Straßen, auf denen bisher die stärksten Ströme entstanden sind, werden zum großen Teil untertunnelt, damit das Wasser in den Rio Magdalena ablaufen kann, ohne eine Gefahr darzustellen.

    Arroyo

     

    1. Ein Jazz Konzert in La Cueva besuchen

    La Cueva ist wohl der kulturträchtigste Ort in Barranquilla. Das Restaurant, in dem sich Gabriel Garcia Marquez mit Schriftstellerkollegen und anderen Kulturschaffenden ausgetauscht hat, sticht in Barranquilla noch immer heraus. Fast jeden Mittwoch kann man sich hier tolle Jazzkonzerte anhören und die „Fundación La Cueva“ veranstaltet regelmäßig Buchvorstellungen, Lesungen und andere Events. Ein toller Ort, an dem man also nicht nur gut essen kann.

    1. In ein Programmkino gehen

    Auch wenn man in Barranquilla nach kultureller Aktivität oft aktiv suchen muss, gibt es sie doch. Zum zweiten Mal fand März das „FICBAQ“ statt. Von der Fundación Cámara Oscura ins Leben gerufen, soll das internationale Filmfestival den Baranquilleros Filme aus aller Welt näher bringen, die es ins Programm der großen kolumbianischen Kinos nicht schaffen. Im März wurden eine Woche lang Produktionen aus Südamerika und der ganzen Welt gezeigt. Zusätzlich gab es Veranstaltungen in denen sich Schüler und Studenten selbst als Regisseure und Filmemacher versuchen durften.

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    1. Ins Theater gehen

    Shakespeare meets Karibik. Barranquilla hat nicht nur ein jährliches Filmfestival, sondern auch Theater wird hier einige Wochen im Jahr groß geschrieben. Die Spielhäuser sind voll und Parks oder Straßenzüge verwandeln sich in Bühnen. Auch im April dieses Jahres trafen sich Gruppen aus ganz Südamerika in der Hauptstadt der Karibik. Darunter zum Beispiel die Gruppe „Auch!“ aus Chile, die unter freiem Himmel mit ihrer Rhythmus – Percussion – Show beeindruckte. Der Höhepunkt des Festivals war aber sicherlich die Performance von „Ricardo III.“ Modern, unterhaltsam und trotzdem nicht zu weit vom Shakespeares Original spielte die Gruppe „El Paso“ aus Pereira im Teatro José Consuegra Higgins.

    1. Salsa tanzen in „La Troja“

    „La Troja“ ist die kultigste Bar Barranquillas. Jedes Wochenede und auch an Wochentagen versammeln sich hier Salsa Fans aus der ganzen Stadt. Hier trifft jung auf alt und arm auf reich, doch es ist egal. Bei einem Aguila und tanzend zur schnellen Salsa Musik sind alle gleich. Meistens reicht der Platz in der Bar nicht aus, und die Meute tanzt auf dem Fußweg oder sogar auf der Straße davor. „La Troja“ ist sowieso mehr Open Air, als geschlossener Raum.

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    1. Shoppen

    Wie in den meisten größeren Städte Kolumbiens hat auch Barranquilla einige Shopping Malls im amerikanischen Stil zu bieten. Hier kauft der besser gestellte Costeño alles was er zum Leben braucht, trifft sich mit seinen Freunden auf einen Kaffee bei Juan Valdez, geht ins Kino oder zum Friseur. Leider bekommt man schnell das Gefühl, dass die klimatisierten Malls die in Deutschland so beliebten Fußgängerzonen ersetzen. Davon hat Barranquilla nämlich nur eine im Zentrum, das erst seit Kurzem und sie ist auch wirklich kurz gehalten.

    Historische Zentrum

     

    1. Ein Bummel durch das historische Zentrum

    Wer Barranquilla besucht, sollte sich das historische Zentrum nicht entgehen lassen. Wer hier jetzt aber koloniale Häuser und enge Gassen erwartet, wird enttäuscht. Hier gibt es Straßen voller Händler und kleinen Ständen. Wer hier auch nur ein bisschen weißer aussieht, als der Rest, wir gerne mal mit „Gringo“ – Rufen gelockt und mit Sicherheit mindestens einmal angebettelt oder bedroht. Trotzdem lohnt sich der Ausflug, denn nirgendwo ist Barranquilla so authentisch wie hier. Allerdings sollten Besucher sich angeblich nur bei Tageslicht in diesen Bereich der Stadt vorwagen.

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    1. Bocas de Ceniza

    Wer Barranquilla besucht sollte auch unbedingt nach Bocas de Ceniza fahren. Die meisten Taxifahrer kennen die Stelle im Viertel Las Flores, an der die kleine Bahn auf den angeblich 12km langen Finger hinausfährt. Hier trennen einige Meter Felsen, Müll und Sand den Rio Magdalena und das karibische Meer. Außerdem lebt hier auf 8 Metern Festland eine kleine Gemeinde aus 105 Menschen. Lest hierzu auch meinen eigenen Blog, den Friendly Giant.

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    1. Carnaval

    Sogar der Lonely Planet gibt zu, dass Barranquilla während des Carnavales auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Der Karneval in der Hauptstadt der Karibik ist der zweitgrößte der Welt, nach dem in Rio de Janeiro und hat wirklich einiges zu bieten. Schon zwei Wochen vor den Umzügen wacht die Stadt aus ihrer Alltags – Lethargie auf und fängt an zu feiern. Es wird auf der Straße getanzt, immer wieder gibt es sogar offizielle Open Air Veranstaltungen und jeder ist willkommen. Wer Braranquilla von seiner Schokoladenseite erleben will, sollte nächstes Jahr in jedem Fall dabei sein, die bunten Umzüge bewundern und viel Agua Ardiente (Frei: Feuerwasser) trinken.

     

    Eine persönliche Notiz

    Barranquilla ist mit Sicherheit nicht perfekt und sogar die Bewohner selbst haben sich damit abgefunden, dass es in ihrer Stadt für Touristen nicht viel zu sehen gibt. Backpacker und Traveller machen nichts falsch, wenn sie von Cartagena einen direkten Bus nach Santa Marta nehmen und so Barranquilla buchstäblich links liegen lassen. Wer sich jedoch dafür entscheidet, mehr Zeit in Kolumbien zu verbringen, vielleicht zu studieren oder zu arbeiten, ist hier trotzdem gut aufgehoben. Viele Universitäten und internationale Firmen haben sich in der Metropole niedergelassen. Wer hier lebt, wird es mit Sicherheit genießen und das aus einem einfachen Grund: Die Menschen. Die Costeños haben ihre Eigenheiten, sind aber trotzdem sehr offen und wer sich nur einmal alleine in eine Bar oder auf eine Veranstaltung traut, wird nicht ohne mindestens zwei neue Freunde wieder nach Hause gehen. Wer in Kolumbien Fuß fassen möchte oder einfach nur Einheimische kennenlernen will, ist hier also auf jeden Fall richtig.

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    als Antwort auf: Ganz im Norden: La Guajira und Punta Gallinas #1337

    Ganz im Norden: La Guajira und Punta Gallinas

    Wer nach Kolumbien reist, kommt um „La Guajira“ und den nördlichsten Punkt des Kontinents „Punta Gallinas“ eigentlich nicht herum. Auf der Suche nach Einsamkeit und wunderschöner Einöde, ist man hier genau richtig.

    Punta Gallinas La Guajira

    Der nördlichste Punkt Südamerikas liegt auf der kolumbianischen Halbinsel „La Guajira“. Da „Punta Gallinas“ nicht weit der venezolanischen Grenze liegt, glauben viele Traveller, dass der Trip ohne Tour zu gefährlich sei. Wer sich aber etwas umhört kann die wunderschöne Einöde fast auf eigene Faust erkunden und dabei noch Geld sparen.

    Die meisten Reisenden, werden sich wohl in Santa Marta aufhalten, bevor sie auf die Halbinsel „La Guajira“ aufbrechen. Von dort, genauso wie von Baranquilla oder Cartagena gibt es Busse, die direkt in das 150.000 Seelen Städtchen Riohacha fahren. In der Hauptstadt von „La Guajira“ kann man ohne Probleme eine Nacht verbringen. Die Strandpromenade hat einige Restaurants und sogar einen Pier zu bieten. Außerdem präsentieren Wayuu – Frauen ihre Kunstwerke auf dem Gehweg und man kann wohl nirgendwo so authentische Artesanias shoppen, wie hier.

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    Riohacha ist der perfekte Ausgangspunkt für Touren über die Halbinsel. Wer gerne alles in trockenen Tüchern und kein Problem damit hat, die potentielle Katze im Sack zu kaufen, kann hier bei verschiedenen Veranstaltern buchen. Kostenpunkt zwischen 450.000 und 500.000 Pesos, ungefähr 150 €. Jeder der es auf eigene Faust versuchen will, ist im Bona Vida Hostel an der richtigen Adresse. Die Besitzer, eine Kolumbianerin und ein Österreicher, wissen, wen sie anrufen müssen und führen eine sehr sympathisches Herberge. Wo wird man sonst schon mit frischem Kaffee begrüßt?

    Es lohnt sich in jedem Fall, nach Reiner zu fragen. Der Kolumbianer mit Wayuu Wurzeln kennt sich auf „La Guajira“ aus wie kein Zweiter und hat verstanden, dass zufriedene Traveller die beste Werbung sind, die er bekommen kann. „Meine Gäste werden gut behandelt“, pflegt er zu sagen und nach diesem Motto arbeitet er auch.

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    Von Riohacha fährt man am Folgetag für 15.000 Pesos pro Person nach Uribia. Wer sich vorher mit Reiner in Verbindung gesetzt hat, wird direkt am Ortseingang von einem Jeep erwartet. Mit dem Offroader geht es weiter bis nach Cabo de La Vela. Hier gibt es verschiedene Hostels. Reiner arbeitet normalerweise mit Toti Jr. zusammen. In seiner Herberge kann man guten Gewissens eine Hängematte beziehen. Der rundliche Kolumbianer ist anscheinend so etwas wie der Koordinator der Touren über La Guajira. Nur für den Transport von Cabo de la Vela bis nach Punta Gallinas und zurück nach Uribia verlangen er und Reiner zwischen 120.000 und 150.000 Pesos.

    Punta Gallina La Guajira

    Doch jetzt zur Tour an sich. Am Ankunftstag in Cabo de la Vela fährt man noch ein bisschen in der Umgebung des Ortes herum. Der „Pilón de Azucar“ mit seiner Marienstatue und vor allem der Sonnenuntergang am Leuchtturm sind wirklich sehenswert. Am nächsten Tag geht es um fünf Uhr morgens los. Knapp drei Stunden fährt man durch die Wüstenlandschaft von „La Guajira“, bis man auf ein kleines Boot umsteigt. Zwischen niedrig gewachsenen Mangroven schippert man bis zur Lodge, in der die Hängematte schon vorbereitet ist. 20.000 kostet die Nacht in der „Hospedaje Alexandra“, ein einfaches Frühstück ist für 7.000 zu haben und zwei mittelgroße Hummer zum Abendessen gibt es für gerademal 40.000 Pesos.

    Direkt nach dem Frühstück klettert man auf die Ladefläche eines Jeep Transporters aus dem Jahre 1974. Langsam aber doch zuverlässig zuckelt man so bis zu den schönsten Stellen der Region. Der „Faro de Punta Gallinas“ markiert den nördlichsten Punkt des Kontinents und die Wüstenlandschaft hier ist atemberaubend. Toll anzusehen sind auch die vielem unterschiedlichen Figuren aus Steinen, die unzählige Besucher hier aufgebaut haben. Danach geht es weiter zur Taroa Düne. Von oben wirkt diese wie ein steiler Abbruch direkt ins Wasser, den man allerdings gefahrlos runterrennen kann.

    la guajira

    Am Nachmittag kehrt die Gruppe zurück zur Lodge. Wer noch Power hat und nicht eine ausgiebige Siesta in der Hängematte vorzieht, kann vom Camp aus etwa eine halbe Stunde bis zu einem anderen Strand laufen. Man sollte allerdings kurz nach Einbruch der Dunkelheit zurück sein, denn dann wird schon das Abendessen serviert. Der Hummer ist vorzüglich und auch der Fisch bisher unerreicht. Ein Festmahl mitten im Nirgendwo.

    Wieder knapp drei Stunden dauert die Rückreise nach Uribia am Tag darauf. Wer mit Reiner unterwegs ist und etwas Glück hat, bekommt in einer kleinen Lagune noch einige Flamingos zu sehen. Außerdem kommt man immer wieder an Wayuu Höfen vorbei. Manche Kinder oder Familien sperren den Weg mit einfachen Leinen ab, verkaufen Meeresfrüchte oder bitten um Süßigkeiten.

    Ich finde es beeindruckend, wie die Indigenen in dieser Gegend leben. Es ist mit Sicherheit nicht einfach, das wird einem schon in Cabo de Vela bewusst, wenn man den Wassertruck sieht, der sich langsam durch die Straßen schiebt. Er ist die einzige Möglichkeit in dieser Gegend an Trinkwasser zu kommen. Es hat seine Gründe, das man immer wieder in den Nachrichten von der prekären Versorgungssituation auf „La Guajira“ liest. Regelmäßig landen Kinder aus der Region auf Grund von Unterernährung und Durst in den Krankenhäusern der Großstädte. Auf dieser wirklich lohnenswerten Reise, sollte man leider auch das im Hinterkopf behalten.

     

    Unbedingt den Blog Friendly Giant vom Autor Tobias anschauen und seine Facebookseite liken!

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    als Antwort auf: Kolumbien – Das zweite Gesicht #1321

    Das zweite Gesicht – Kolumbien

    Die kolumbianische Gesellschaft hat zwei Gesichter. Auf der einen Seite stehen Moderne, Wohlstand, Bildung und ein bequemes Leben im Luxus. Auf der Anderen: Armut, Unterernährung und Kriminalität. Was Touristen und Austauschstudenten nicht mitbekommen…

    Mein erster Eindruck von Kolumbien hat mich selbst überrascht. Eigentlich hatte ich etwas ganz anderes erwartet, was weiß ich allerdings selbst nicht so genau. Wolkenkratzer voller Luxusapartments, Malls im Stile Amerikas und Sicherheitspersonal an allen Ecken und Enden waren es sicherlich nicht. Doch genau das ist eines der beiden Gesichter Kolumbiens. Irgendwie wirkt im Norden Barranquillas alles sauber, geregelt und aufgeräumt. Der moderne Transmetro lässt einem direkt am Eingang des Shopping Centers Buenavista aussteigen, man setzt sich in eines der klimatisierten Kaffes in der Mall, klappt den sündteuren Laptop ohne Bedenken auf, da das Sicherheitspersonal nur zwei Meter weiter patrouilliert und versucht einen Artikel über Ungerechtigkeit zu schreiben. Paradox, aber trotzdem will ich es versuchen.

    La_guajira

    Schon ziemlich früh wurde mir klar: Hier in Kolumbien leben wir wie in einer Blase des Wohlstands. Miramar und Buenavista, die reichen Viertel im Norden, in denen die meisten Austauschstudenten untergekommen sind, entsprechen nicht der kolumbianischen Realität. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man anfängt hier in Baranquilla Zeitung zu lesen. Vor einigen Woche wurden fünf indigene Kinder von der Halbinsel „La Guajira“ ins Krankenhaus in Baranquilla eingeliefert. Der Grund: Unterernährung. Leider sind das keine Einzelfälle. Angeblich sind allein in diesem Jahr mehr als 10 Kinder und Säuglinge in unmittelbarer Nähe von Baranquilla verhungert. In der Region gilt es laut eines Artikels in derselben Zeitung (ADN) als Erfolg, dass 90% der Bevölkerung Zugang zu frischem Wasser haben. Der für La Guajira verantwortliche Bürgermeister hat, angesichts dieser humanitären Katastrophe, schon internationale Hilfsorganisationen dazu aufgerufen zu helfen.

    Doch man muss gar nicht unbedingt in die großen politischen Zusammenhänge einsteigen, um die sozial prekären Verhältnisse in Kolumbien ein wenig zu beleuchten. Schon während meiner ersten Tage hier in Baranquilla ist mir aufgefallen, dass in den Supermärkten die Preise für Lebensmittel, den unsrigen gleichen und zum Beispiel Hygiene Produkte um einiges teurer sind. Und das in einem Staat in dem der „Minimo“, also der Mindestlohn, obwohl das es nicht ganz trifft, unter 700.000 Pesos liegt. Das entspricht keinen 200 € und würde nicht einmal meine Miete hier bezahlen.

    Die Arbeitslosigkeit in Kolumbien ist hoch – konstant seit Jahren bei ungefähr 10 % – und der informelle Sektor riesig. Zu diesem gehört zum Beispiel die Dame, die an meiner Ecke ausnahmslos jeden Abend Hamburger und Perros Calientes auf einem mobilen Grill zubereitet. Oder der ältere Herr, bei dem ich morgens meine Ausgabe des „El Heraldo“ und einen „Tinto“ kaufe. Auch im Bus zur Universität komme ich jeden Tag mit dem informellen Sektor in Kontakt. Ambulante Verkäufer bieten Kaugummis, Süßigkeiten oder Pasten aus Coca und Marihuana an. Hin und wieder steigen Künstler zu, die rappen oder singen, sogar eine sehr amüsante Comedy Show wurde mir schon geboten. Sie alle werden nicht müde, zu betonen, dass dies ihre „Arbeit“ ist und es ihnen hilft, ihre Familien durchzubringen und zu überleben.

    Die wohl offensichtlichste Ausprägung des informellen Sektors in Baranquilla sind die Mototaxis. Die Motoräder sind günstiger als normale Taxis und bei Baranquilleros augenscheinlich sehr beliebt. Trotzdem sind sie eigentlich verboten. Es gibt so gut wie keine Regularien, die Fahrer zahlen keine Steuern und haben keine Sicherheiten. Als die Regierung hier in Baranquilla versuchte, wenigstens das Fahrverbot für Mototaxis in weiten Teilen der Stadt durchzusetzen, kam es zu heftigen Protesten. Aus Angst um ihre Existenzgrundlage blockierten Fahrer und Motorräder das wohl modernste Fortbewegungsmittel der Metropole: Den Transmetro. Den Medien gegenüber argumentierten sie: „Wir ernähren so unsere Familien, wenn wir nicht mehr fahren dürfen, sind wir am Ende.“

    Doch warum arbeiten so viele Menschen hier im informellen Sektor? Warum geben sich viele der Illegalität, oder sogar dem Verbrechen hin? Die Antworten auf diese Fragen sind sicherlich nicht einfach, lassen sich aber relativ kurz zusammenfassen: Es fehlt am Einfluss des Staates, Grundbedürfnisse sind oft nicht gedeckt und Aufstiegschancen kaum in Reichweite. Illegalität und informelle Arbeit sichern das überleben, oder um es in den knappen Worten eines Politikdozenten an der Uninorte zu sagen: „Das Verbrechen füllt deinen Teller.“

    Es muss einen Grund haben, dass viele Junge Menschen nicht aus den Verhältnissen ausbrechen können, in die sie geboren werden. Natürlich liegt die Bringschuld hier eigentlich in der Schule. Bildung wäre die einzige Möglichkeit, aufzusteigen. Aber Bildung ist in Kolumbien ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Mit leerem Bauch lernt es sich schlecht, so viel ist sicher und auch viele Minderjährige kümmern sich lieber um ihr täglich Brot, als Zeit an der Schulbank zu vergeuden. Ein krasses Beispiel: Eine Schule im Süden der Stadt. Das Gebäude liegt direkt neben einem stehenden Gewässer, hat natürlich keine Klima Anlage und ist so oder so marode. Was den Unterricht allerdings unmöglich macht, sind die Moskitos, die gegen Nachmittag in Schwärmen aufsteigen und die Hitze. Die Schule bleibt zu dieser Zeit deshalb geschlossen und die Kinder stromern unbeaufsichtigt durch das Viertel, da die meisten Eltern Vollzeit arbeiten müssen. In Deutschland eine unmögliche Vorstellung.

    Schlechte Bildung, keine Aufstiegschancen, Armut. So entwickelt sich der Süden von Baranquilla zu einem gefährlichen Pflaster. Das Fehlen von Perspektive treibt viele Menschen zu Illegalität und Kriminalität. Unterhalb der 30. Straße passiert ein Großteil der Morde und vor Soledad, der Gemeinde im Süden, wurden die Austauschstudenten schon in der Einführungswoche gewarnt. Zwar druckste der Coronel der Polizei während des kurzen Sicherheitsbriefings etwas herum und betonte immer wieder das BQ ja eigentlich sicher ist, doch die Message war klar: Geht nicht in den Süden, schon gar nicht abends und allein.

    Ich muss feststellen, dass in diesem Beitrag mehr Fragen offen bleiben, als beantwortet werden. Die wichtigste Frage ist jedoch: Was läuft hier falsch? Dass Geld und Ressource da sind, ist offensichtlich, wenn man sich die besser gestellten Viertel in Bogotá, Medellín, Bucaramanga oder eben Baranquilla anschaut. Auch einer meiner kolumbianischen Freunde hier wird nicht müde zu betonen, dass Kolumbien kein armes Land ist und ich stimme ihm gerne zu.

    Doch die Frage bleibt: Warum tut sich nichts? Warum gibt es keine politischen Langzeitstrategien, warum keine Maßnahmen, die Schere zu schließen und die Ungleichheit zu bekämpfen? Das Problem liegt im politischen System Kolumbiens. Noch immer gibt es nur zwei große politische Lager: Das konservative und das liberale, andere Stimme wurden im vergangenen Jahrhundert mit Gewalt unterdrückt und sind noch immer nicht laut. Über Jahrzehnte war es Gang und Gebe, dass sich die beiden Parteien an der Regierung abwechselten. Daraus folgte allerdings, dass alle Maßnahmen, die während einer Legislaturperiode in die Wege geleitet wurden, in der andern nichts mehr wert waren. So stagnierte Kolumbien und Fortschritt fand nur dort statt, wo man einfach und schnell politisch tätig werden konnte, beziehungsweise dort, wo man sich etwas von seinen Investitionen versprach. An die Problemzonen traute sich kaum jemand, da sie kurzfristig keinen Erfolg versprachen.

    Abschließend vielleicht ein paar positive Worte: Mir und vielen anderen geht es hier in Kolumbien prächtig. In diesem Beitrag klingt es zwar nicht so, doch es gibt auch positive Zeichen. Vor allem private Stiftungen und Universitäten versuchen zu helfen, wo sie können. An der Uninorte gibt es zum Beispiel einige Programme, die Bildung in die benachteiligten Viertel bringen und gleichzeitig versuchen, den Studenten die Augen zu öffnen. Das ist wichtig, denn – wie es Direktor Bayona schon zu Anfang des Semesters betonte – sie werden die sein, die Kolumbiens Zukunft gestalten.

     

     

    Über den Autor Tobias: Eigentlich ein ganz normaler Student an der Uni Augsburg, mit einer besonderen Vorliebe für Bücher, Berge, Badminton und Südamerika. Im moment studiere ich in Baranquilla und schreibe meinen eigenen kleinen Blog, der nur zufällig wie eine britische Kinderserie heißt. In Zukunft kennt man mich entweder als Superstar, Reisejournalist oder doch nur als den coolen Englischlehrer der 8b.

     

    Schaut doch auch mal auf seinem Blog http://www.friendly-giant.com/

    oder seiner Facebookseite vorbei https://www.facebook.com/justanothertravelblog/

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